Vietnam Tag 7

Vietnam Tag 7
130 Stufen zum Tempel

Am frühen Morgen begann unser Tag mit einem besonderen Aufstieg: Wir erklommen die 130 steilen Stufen hinauf zum Grab des vorletzten Kaisers, Khải Định. Schon beim ersten Anblick wurde deutlich, dass es hier ausgesprochen prunkvoll zuging. Die Anlage wirkt fast wie eine Mischung aus fernöstlicher Tradition und europäischem Einfluss. Auffällig war auch die Umgebung: Die Hügel rund um die Grabanlage sind heute dicht mit Eukalyptusbäumen bewachsen – allerdings handelt es sich dabei um eine relativ neue Bepflanzung. Die ursprüngliche Vegetation wurde im Vietnamkrieg durch den Einsatz von Agent Orange zerstört.

Agent Orange:
Agent Orange war ein hochgiftiges Entlaubungsmittel, das während des Vietnamkriegs von den USA eingesetzt wurde, um dichten Dschungel zu zerstören und feindliche Verstecke sichtbar zu machen. Es hatte verheerende ökologische Folgen und führte bis heute zu schweren gesundheitlichen Schäden bei Millionen von Menschen.

Die Grabanlage selbst besteht aus einer ungewöhnlichen Kombination von Materialien: kunstvolle chinesische Keramik trifft auf massiven französischen Beton. Diese Mischung spiegelt nicht nur den Stil der damaligen Zeit wider, sondern auch die politischen Einflüsse. Finanziert wurde der Bau allerdings auf Kosten der vietnamesischen Bevölkerung. Um 1900 wurden die Steuern erheblich erhöht, und volljährige Männer waren gezwungen, ihren Tribut zu leisten – oft in Form von unbezahlter Zwangsarbeit direkt auf der Baustelle.

Nach diesem eindrucksvollen, aber auch nachdenklich stimmenden Besuch setzten wir unsere Reise fort zur Lang Co Lagune. Dort erwartete uns ein köstliches Mittagessen in einem ruhigen Séparée direkt an der Lagune. Eine echte Wohltat, vor allem, da in der großen Haupthalle gleichzeitig ein Firmenausflug bewirtet wurde, dessen Benehmen leider alles andere als angenehm war. Umso mehr genossen wir die entspannte Atmosphäre draußen: Die Lagune ist wunderschön hergerichtet, mit kleinen Sandstränden, die geradezu zum Verweilen einladen.

Anschließend ging es weiter bergauf zum berühmten Hai Van Pass, auch bekannt als Wolkenpass.

Wolkenpass:
Der Wolkenpass ist ein Gebirgspass, der die Städte Da Nang und Hue verbindet. Er verdankt seinen Namen den häufig tief hängenden Wolken, die die Straße in mystischen Nebel hüllen. Gleichzeitig bietet er spektakuläre Ausblicke auf das Meer und die umliegenden Berge.

Oben angekommen, erkundeten wir die alten Bunkeranlagen, die sowohl von den Franzosen als auch später von den Amerikanern genutzt wurden. Die Geschichte dieses Ortes ist überall spürbar. Danach führte uns die Straße wieder bergab Richtung Küste.

Dort bot sich uns jedoch ein weniger erfreuliches Bild: Entlang der Naturküste entstehen immer mehr große Hotelanlagen und Häuser. Die ursprüngliche Landschaft wird dabei zunehmend zerstört – ein bedrückender Anblick.

Ein kurzer Stopp an einer Raststätte mit angeschlossener Marmorfabrik brachte uns wieder etwas zur Ruhe. Wir nahmen an einer kleinen Führung teil, nutzten die Gelegenheit für eine Toilettenpause. Leider stellten wir fest, dass der hübsche Pinguin aus Marmor leider viel zu schwer für den Transport war.😵‍💫

In Hoi An angekommen, ging es mit dem Lift hinauf zu den Marmor Bergen.

Marmorberge:
Die Marmorberge sind eine Gruppe von fünf Hügeln aus Marmor und Kalkstein, die nach den fünf Elementen der chinesischen Philosophie benannt sind (Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde). Sie sind bekannt für ihre Höhlen, Tempel und Pagoden und gelten seit Jahrhunderten als spiritueller Ort in Zentralvietnam.

Dort erwartete uns eine faszinierende Welt aus natürlichen Grotten, in denen sich unzählige kleine und große Altäre befinden. Figuren und Heiligtümer verschiedenster Religionen sind hier zu finden.

Gegen 16:00 Uhr erreichten wir schließlich unser Hotel. Für die nächsten zwei Nächte wohnen wir in einem Resort und das Zimmer ist so groß, dass es problemlos mit so mancher Wohnung mithalten kann.

Das musste sein. Mit dem Hotelshuttle ging es nochmal ins Nachtleben in die Altstadt. Ein buntes Treiben in allen Straßen. Hoi An ist für Lampions und Maßschneiderei berühmt. Überall Läden, ein Nachtmarkt, Discos und viele Restaurants. Und am Fluss eine kühle Brise.